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Ein Elektrohandwerksunternehmen auf Talentsuche
Drei Praktikanten erleben die Arbeitswelt bei einem Elektrohandwerksbetrieb und stellten fest, dass "Null Bock" in der Wirtschaft nicht gefragt ist.

Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Schule ist für die Praktikanten eine wichtige Vorraussetzung bei ihrer Berufsorientierung, v.l.: Henning, Michael und Carsten, Ausbildungsleiter Gregor Kreft und Realschullehrer Jochen Jung
Schon die kleinsten in unserer Gesellschaft werden mit der Frage konfrontiert, was sie einmal werden möchten.
Nur die wenigsten ergreifen später dann tatsächlich den Beruf des Lokomotivführers. Ist der Beruf Berufung oder Zufall
oder doch eher das Ergebnis einer klaren Berufsorientierung? "In Zeiten beruflicher Unsicherheit möchten wir jungen Menschen Perspektiven zeigen und Mut machen, und wir möchten Talente entdecken und fördern", sagt Hubert Uhlenbrock, Geschäftsführer der Anton Uhlenbrock GmbH in Steinfurt. Das 1954 gegründete Unternehmen hat seinen Ursprung im Elektromaschinenbau.
Heute steht der Name Uhlenbrock für moderne, zukunftsorientierte und produktionsgerechte Instandhaltungsprozesse. Während der gesamten Unternehmensgeschichte stand und steht bei Uhlenbrock der Mensch als Individuum im Vordergrund. Dabei setzt das Unternehmen auf eine langfristige Personalentwicklung. Ziel ist es, eigenen, qualifizierten Nachwuchs auszubilden, um gute Mitarbeiter/innen aus den eigenen Reihen
der jeweiligen Auszubildenden zu übernehmen.
Wenn Schule und Betrieb Hand in Hand arbeiten
informierte und interessierte Auszubildende sind nicht die Regel, sondern eher begegnet man wenig auf die Praxis
vorbereiteten Berufsanfängern. "Eine passgenaue berufliche und schulische Ausbildung läst sich aber nur erreichen, wenn Unternehmen und Schulen kooperieren.
Nur so haben die Schüler und Schülerinnen eine realistische Chance auf einen erfolgreichen Berufseinstieg. Die besondere
Zuordnung zur Arbeitswelt ist ein charakteristisches Merkmal der Realschule.", meint Jochen Jung
von der Realschule in Borghorst.
Praktikum als Hilfe zur Berufswahl
Als Ziel eines jeden Praktikums gilt, jungen Menschen ein klares Bild
von ihren Berufswünschen zu vermitteln und damit ihre Zukunftsplanung zu konkretisieren.
In diesem Frühjahr betreute man bei Uhlenbrock drei Praktikanten, und zwar Henning, Michael und Carsten aus der 9. Klasse der Realschule Borghorst (Bild). Sie sammelten erste praktische Erfahrungen in den Bereichen Elektromaschinenbau,
Steuerungstechnik und Industriebedarf. Der Ausbildungsleiter, Elektromaschinenbauermeister Gregor Kreft, begleitet, berät und fördert die Praktikanten: "Ich möchte den Jugendlichen
in den drei Wochen einen so realistischen Einblick wie irgend möglich in unseren beruflichen Alltag ermöglichen - von der Routinearbeit bis zur Sofortmaßnahme beim Kunden." Zu diesem Zweck gibt es für die Praktikanten bei Uhlenbrock ein Rotationsprinzip, d.h., alle Praktikanten durchlaufen
die unterschiedlichen Unternehmensbereiche. Das gewährleistet, dass der Praktikant alle notwendigen Abteilungen mit den entsprechenden
Anforderungen für seinen zukünftigen Beruf kennen lernt.
Erfahrungen der Praktikanten
Henning gefiel es in der Werkstatt am besten: " Hier konnte ich richtig arbeiten, etwas auseinander schrauben, ausprobieren und wieder zusammensetzen. Das hat mir Spaß gemacht."
Die drei lernten aber auch, dass die Lagerwirtschaft notwendig ist. Welche Ersatzteile gibt es und wo finde ich sie?
Das verdeutlicht die Notwendigkeit, den Schülern so viel Einblicke wie möglich in die unterschiedlichen Arbeitsabläufe und damit der Vielfältigkeit
eines Berufes aufzuzeigen. Nur so entsteht ein realistisches Bild, das für die Berufswahl so entscheidend ist.
Auch nach der regulären Praktikumszeit von drei Wochen sind die Schüler bei diesem Fachbetrieb für Antriebstechnik gern gesehen. Insbesondere bei der Erstellung der Praktikumsberichte
tauchen im Nachhinein immer wieder Fragen auf, die direkt vor Ort von den Uhlenbrock Mitarbeitern erklärt und damit geklärt werden.
Alle Beteiligten profitieren
Den Zeitaufwand zur Betreuung von Praktikanten sollte man nicht unterschätzen - zumindest nicht, wenn Firmen
den Praktikanten nicht nur als "notwendige" Pflicht sehen, sondern wie bei Uhlenbrock auf der "Talentsuche" für potenzielle Auszubildende sind - ein Praktikum also als Chance für beide Seiten.
Dass Uhlenbrock mit dieser langfristigen Personalstrategie recht behält, zeigt der "jüngste" Auszubildende bei Uhlenbrock - hier hat die Handwerkskammer der vorzeitigen Abschlussprüfung zugestimmt. Das bestätigt H. Uhlenbrock, so weiter zu machen wie bisher.
"Die Berufswahl ist für jeden Menschen eine richtungsweisende Entscheidung. Die Verantwortung für den eigenen Lebensweg trägt jeder Mensch selbst. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Schülerinnen und Schüler während des Praktikums und
auch später in der Ausbildung zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten und Wege aufzeigen. Vergessen wir nicht, wir alle
brauchen Bildung, sie ist die Quelle für Innovationen, für unsere Zukunft", fasst H. Uhlenbrock zusammen.
Eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Schule und nicht zuletzt dem Elternhaus gilt für die Jugendlichen als
Vorraussetzung für eine erfolgreiche und zufriedene berufliche Zukunft.
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