Das deutsche Handwerk stellt unverändert einen sehr bedeutenden Wirtschaftszweig dar.
Die marktpolitische Bedeutung und auch die Ausbildungsleistung des Handwerks sind
- im Vergleich zu anderen Sektoren - herausragend. Die vielen Insolvenzen und die
zurückgehende Beschäftigtenzahl zeichnen jedoch ab, wie gravierend die sich derzeit
vollziehenden Veränderungsprozesse infolge der fortschreitenden Globalisierung
der Märkte sind. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich die Handwerksbranche
dringend aktiv dem Wandel stellen. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung gefördertem Projekt "Internationalisierung handwerklicher Dienstleistungen"
der itb - Institut für Technik der Betriebsführung soll dieser Entwicklung Rechnung getragen
werden.
Projektziele
Dass die notwendigen Veränderungen nicht nur mit Herausforderungen und Risiken, sondern
auch mit Chancen verbunden sind, zeigen Unternehmen, die durchaus auch in diesen
schwierigen Zeiten erfolgreich sind. Um Chancen aber rechtzeitig zu erkennen und das
vorhandene Internationalisierungspotential nutzen zu können, braucht gerade das
traditionsorientierte Handwerk innovative Anregungen, Ideen, Orientierungshilfen,
zielführende Strategien und die Ermutigung sich den geänderten Ansprüchen zu stellen.
Diese Strategien und Konzepte zu erarbeiten sind die Aufgaben des auf zweieinhalb Jahre geförderten Projektes.
Ziel des Vorhabens ist es, die Wettbewerbschancen des deutschen Handwerks im und durch den
Export von Dienstleistungen zu verbessern und damit die Leistungsfähigkeit und Beschäftigungslage der
Handwerksunternehmen zu stabilisieren.
Methodik und Ablauf des Projektes
Gründe genug für die Anton Uhlenbrock GmbH aus Steinfurt - gemeinsam mit 42 ausgewählten international erfolgreichen sowie
exportinteressierten Handwerksunternehmen und Außenwirtschaftsberatern - an diesem teil zu nehmen.
Hier werden step by step Internationalisierungspotentiale des deutschen Handwerks analysiert.
Diese werden in Best- Practice-Beispielen und Handlungsempfehlungen für die Umsetzung aufbereitet.
Das erste Meeting fand im März anlässlich der internationalen Handwerksmesse in München statt.
Im Rahmen eines Zukunftsforums wurden hier erste Rahmenbedingungen erarbeitet.
Außerdem präsentierten international distribuierte Handwerksunternehmen in einer Podiumsdiskussion erfolgreiche
Praxisbeispiele. Ziele, Methodik und Ablauf des Projektes waren den auserwählten Betrieben zwar zu diesem
Zeitpunkt im Detail noch unklar, aber in gemeinsamer Zusammenarbeit haben die anwesenden
Handwerksunternehmen schnell aufgezeigt, welche Ziele und Nutzen sie sich von dem Projekt erhoffen.
"Wir sind halt Unternehmer und keine wirtschaftlichen Berater", lacht Hubert Uhlenbrock.
Bei dem ersten zweitägigen Workshop wurden zunächst im gemeinsamen Brainstorming die hemmenden und fördernden Faktoren der Internationalisierung erarbeitet und
generelle Trendentwicklungen im Handwerk skizziert. Im nächsten Schritt werden im Laufe des Projektes - anhand der
systematischen Aufbereitung von Wissen und Exporterfahrungen - Typologien definiert und individuelle Lösungswege erarbeitet.
Um handwerkliche Dienstleistungen tatsächlich exporttauglich zu machen, werden diese abschließend zur praktischen
Umsetzung in das Handwerk aufbereitet. Unternehmen, die internationale Märkte in Europa erschließen möchten,
können aus diesen Best-Practice-Beispielen und Vorgehensweisen mit Modellcharakter
Internationalisierungsstrategien im allgemeinen und Handlungsempfehlungen im speziellen ableiteten.
Quasi eine Fitnessanleitung für den europäischen Markt, bei der vorhandenes Wissen und Konzepte von noch nicht
exporterfahrenen Unternehmen genutzt werden können. Ganz nach dem Motto: Von den Erfahrenen lernen!
"Aber auch für exporterfahrene Unternehmen sind bei der Erschließung ausländischer Märkte der Erfahrungsaustausch und der
Kontakt zu anderen international tätigen Unternehmen sehr hilfreich.
Es geht darum voneinander zu lernen, neue Ideen und Impulse zu gewinnen, Kompetenzen weiterzuentwickeln und
in gemeinsamer Teamarbeit noch stärker zu sein", meint Hubert Uhlenbrock.
Die aus dem Münsterland teilnehmenden Unternehmen, sind bereits gespannt auf die nächsten Schritte des
Projektes "Internationalisierung handwerklicher Dienstleistungen". "Schön wäre es",
so schließt Hubert Uhlenbrock seinen ersten Eindruck ab, "wenn wir mit diesem Projekt Synergien nicht nur im
Handwerk schaffen. Egal welche Branche ob Handwerk, Dienstleistung, Industrie oder Handel, das Projekt sollte Mut machen,
aufgeschlossen mit Veränderungen umzugehen - Mut machen, neue Wege zu wagen.
Die Globalisierung macht nicht vor unserer Haustür halt. Wenn wir nicht mutig agieren, bleibt uns nur die Reaktion, d.h. der
Mitbewerber war wieder einmal schneller. Das muss
nicht sein" ist Hubert Uhlenbrock überzeugt.
Weitere Informationen: www.dienstleistungsexport.de