2005
Nummer 20
          Die Zeitung für die deutsche Industrie
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Mit Praktikumsangebot früh nach Talenten suchen
Produktion Nr. 20.2005

STEINFURT (ba) Die Anton Uhlenbrock GmbH setzt auf eine langfristige Personalentwicklung. Um Auszubildende zu gewinnen, erhalten die Praktikanten besondere Aufmerksamkeit.


Berufsorientierung dank Besuch im Unternehmen: (v.l.) Henning Reckermann, Michael Brinkjans, Carsten Schlickmann, Gregor Kreft, Jochen Jung.

"In Zeiten beruflicher Unsicherheit möchten wir jungen Menschen Perspektiven zeigen und Mut machen, wir möchten Talente entdecken und fördern", so Geschäftsführer Hubert Uhlenbrock, eine passende berufliche und schulische Ausbildung könne jedoch nur erreicht werden, wenn Unternehmen und Schulen kooperieren. Nur so gewinnen die Schüler und Schülerinnen eine realistische Chance auf einen erfolgreichen Berufseinstieg, sind sich Hubert Uhlenbrock und Jochen Jung von der Realschule in Borghorst beim Besuch der Praktikanten einig. "Für eine selbstbestimmte Berufswegplanung ist nicht nur eine Vermittlung von Kenntnissen notwendig, sondern auch die Entwicklung von Entscheidungskriterien und Alternativen sowie der Aufbau von Handlungskompetenzen", unterstreicht Jochen Jung die Notwendigkeit der Kooperation.
Ein dreiwöchiges Praktikum, das die Schüler/innen in der neunten Klasse absolvieren, soll den jungen Menschen bei ihrer Berufswahl helfen. Im März wurden bei Uhlenbrock

Im Praktikum ein klares Bild von den Berufswünschen vermitteln

drei Praktikanten betreut. In den Bereichen Elektromaschinenbau, Steuerungstechnik und Industriebedarf konnten die Schüler Henning Reckermann, Michael Brinkjans und Carsten Schlickmann aus der 9. Klasse der Realschule Borghorst erste praktische Erfahrungen sammeln. Das Ziel eines jeden Praktikums sollte sein, jungen Menschen ein klares Bild von ihren Berufswünschen zu vermitteln und damit ihre Zukunftsplanung zu konkretisieren. Der Ausbildungsleiter - Elektromaschinenbauermeister Gregor Kreft - nimmt diese Aufgabe sehr ernst. Er begleitet, berät und fördert die Praktikanten: "ich möchte den Jugendlichen in den drei Wochen einen so realistischen Einblick wie irgend möglich in unseren beruflichen Alltag ermöglichen - von der Routinearbeit bis zur Sofortmaßnahme beim Kunden." Aus diesem Grund durchlaufen die Praktikanten die unterschiedlichen Unternehmensbereiche. Henning Reckermann hat es in der Werkstatt am besten gefallen: "Hier konnte

Die Betreuung geht auch nach dem Praktikum weiter

ich richtig arbeiten - etwas auseinander schrauben, ausprobieren und wieder zusammensetzen, das hat mir Spaß gemacht." Aber auch die Lagerwirtschaft ist notwendig, haben die drei gelernt. Auch nach der Praktikumszeit sind die Schüler bei Uhlenbrock gern gesehen - vor allem bei der Erstellung der Praktikumsberichte tauchen im Nachhinein immer wieder Fragen auf, die vor Ort geklärt werden können. Der Zeitaufwand für die Betreuung der Praktikanten, lohnt sich aber.
Dass der Unternehmer mit seiner langfristigen Personalstrategie recht behält, zeigt der jüngste Auszubildende: Die Handwerkskammer hat bei ihm der vorzeitigen Abschlussprüfung zugestimmt, er kann nun ein halbes Jahr früher in den Gesellenstatus aufgenommen werden! Das bestätigt Hubert Uhlenbrock, so weiter zu machen wie bisher: "Die Berufswahl ist für jeden Menschen eine richtungsweisende Entscheidung. Die Verantwortung für den eigenen Lebensweg trägt jeder Mensch selbst. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Schülerinnen und Schüler während des Praktikums und auch später in der Ausbildung zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen", so Uhlenbrock. Eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Schule und dem Elternhaus sei für die Jugendlichen eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche und zufriedene berufliche Zukunft und müsse heute stärker als je realisiert werden.

Was ist ein Praktikum?

Das Betriebspraktikum ist Pflicht in den Klassen 9,10 oder 11. Es wird versicherungsrechtlich als Schulveranstaltung behandelt. Ein Ferienpraktikum kann freiwillig und ohne schulischen Bezug absolviert werden, die Schüler müssen mindestens 15 Jahre alt sein. Mehr als vier Wochen im Jahr sind MInderjährigen nicht erlaubt.