B&T  BETRIEB &
  TECHNIK
     ZEITUNG FÜR DAS PRODUZIERENDE UND VERARBEITENDE GEWERBE
August 2004 2/2004
Warum zehn Teile, wenn eines reicht
Standardisierung und Typenreduzierung von Bauteilen

"Tradition und mittelständische Überschaubarkeit schützt vor Innovationen nicht." So oder ähnlich könnte das Motto von Dipl.-Ing. Peter-Paul-Krass lauten, der gemeinsam mit Michael Wissing in zweiter Generation das auf textile Bänder spezialisierte Produktionsunternehmen Krass+Wissing führt. Selbst Spezialist für die "Standardisierung und Typenreduzierung von Bauteilen gleicher Funktion, steht die Vereinfachung und Effektivierung des Lagermanagements für den Maschinenbauer bei ausschließlich individuell gefertigten Produktionsmaschinen an erster Stelle einer jeden betriebswirtschaftlichen "to do-Liste".



Das Uhlenbrock-Team berät und unterstützte im 24h-Stunden-Service zu allen Fragen der Antriebstechnik.

Das mittelständische Unternehmen Krass+Wissing beliefert als hochspezialisierter Hersteller textiler Bänder internationale Kunden, die selbst einem intensiven Wettbewerb und engen Lieferbedingungen ausgesetzt sind. Daher muss das Unternehmen für eine gleichbleibend hohe Produktqualität und Termintreue sorgen. Die gute Positionierung des Borghorster Textilunternehmens ist neben gut ausgebildeten Mitarbeitern nicht zuletzt auf eine effektive Produktion mit modernen Spezialmaschinen und ein optimiertes Wartungs- und Ersatzteilkonzept zurückzuführen.

Modernisierungsdruck als Chance

"Als wir das Unternehmen nach über dreißig Jahren in zweiter Generation übernahmen, war ein regelrechter Modernisierungsstau abzuarbeiten", so Peter-Paul Krass. Doch die Notwendigkeit sämtliche Maschinen zu modernisieren war auch eine Chance. "Wir haben jede einzelne Maschine auf ihre Funktionalität und Produktivität hin untersucht und einzelne Bestandteile oder die komplette Anlage neu konzipiert und gebaut." Dabei erwies sich u.a. auch die Marktkenntnis und das Produkt-Know-how des Dienstleisters Uhlenbrock als hilfreich.
"Parallel zur Notwendigkeit höherer Leistungsfähigkeit und Modernisierung musste das Ersatzteillager reduziert werden. Also vereinfachten wir, indem wir sämtliche Bauteile auf die Möglichkeiten der Standardisierung und Typenreduzierung hin untersuchten. Wo bisher 10, 20 verschiedene Bauteile mit gleicher Funktion und entsprechend hohe Lagerbestände existierten, setzten wir ein einziges,

auch auf die Gefahr hin, dass es überdimensioniert ist, ein", erläutert Peter-Paul Krass. Uhlenbrock unterstützte die Umschlüsselung von vielen Herstellern auf ein einziges Programm des Lieferanten mit der höchsten Qualität sowie die Standardisierung der Ersatzteile. Die Folge: Der eigene Lagerbestand konnte erheblich reduziert werden, der Anteil der Sonderteile des Notfalllagers ging zugunsten von Standardteilen zurück. Dank eines Subcontracts mit dem Dienstleister konnte die Bevorratung der meisten Standardteile ausgelagert werden

"Im Ergebnis haben wir nur gewonnen", erklärt Krass, "Wir greifen heute auf hervorragend ausgestattete C-Teile Lager mit fachgerechten Lagerbedingungen zurück und erhalten die Ware "immer frisch". Außerdem wurde unsere Kapitalbindung von 100.000 Euro auf 10.000 Euro reduziert, heutzutage ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Und last but not least zahlt sich das Konzept durch frei gewordene räumliche Kapazitäten für uns aus."

Nur Bauteile bester Qualität

Wir setzen ausschließlich Bauteile der besten Anbieter ein. Erstens sparen wir Kosten, indem wir unsere Maschinenverfügbarkeit dank hervorragender Komponentenqualität und eigenem EDV-gestützten Monitoring auf nahezu 100 Prozent erhöhen können - so gab es seit vier Jahren keinen außerplanmäßigen Stopp mehr. Zweitens ermöglicht uns das Handelsunternehmen Uhlenbrock dank Standardisierung und Typenreduzierung günstigere Einkaufsbedingungen und erspart uns das verhandeln mit einzelnen Lieferanten", so Peter-Paul Krass weiter.